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Zum Tag des Patienten

Heute, am 26. Januar ist der Tag des Patienten. An diesem setzen Kliniken und andere medizinische Einrichtungen ein Zeichen für Patientenrechte. Wir wollen diesen Anlass nutzen, um unserer Hospizfürsprecherin, die sich ehrenamtlich für Patientenrechte und -bedürfnisse in unserem Haus einsetzt, vorzustellen.

Etwa 15 Jahre lang war Gabriele Thamm selbst im Hospiz beschäftigt. Sie arbeitete als Schwester und koordinierte die Betten im stationären Bereich. Sie kennt sich aus und weiß, wo die Sorgen und Nöte von Patienten und auch Personal liegen. Heute bringt sie sich als Hospizfürsprecherin ein.

In dieser ehrenamtlichen Position steht sie für Gespräche, Fragen und auch Kritik zur Verfügung. Als unabhängige Fürsprecherin kann sie bei Konflikten zwischen Personal, Leitung und Gästen vermitteln, so dass in dem sensiblen Feld der Hospizarbeit ein gutes Miteinander gelingen kann.

„Wenn ein neuer Gast kommt und es passt, dann stelle ich mich persönlich vor und biete mich für Gespräche an. Es ist ein Angebot, das angenommen werden kann, aber nicht muss.“

2022 hospiz Patientenfürsprecher

In Gesprächen mit der Hospizfürsprecherin können Fragen aufkommen, die vielleicht bisher zu heikel waren, um angesprochen zu werden.

„Manchmal scheint meine Rolle die eines Mediums oder Katalysators zu sein. Ich habe eine Frage, die mich interessiert und stelle dann fest, dass offenbar Gast und Angehörigen möglich wird, darüber zu sprechen.“

Manchmal passiert aber auch gar nichts. Doch es geht auch nicht darum, dass Gabriele Thamm mit jedem Gast und jedem Angehörigen unbedingt sprechen muss. Es geht darum, dass sie da ist, wenn jemand das Bedürfnis hat, etwas zu klären oder wenn zwischen den Menschen, die im Hospiz leben, arbeiten und begleiten vermittelt werden muss.

„Manchmal, wenn auch selten, passiert es, dass die Angehörigen aus ihrer eigenen Verzweiflung angesichts des nahenden Todes das Pflegepersonal für alles verantwortlich machen. Dann wird ganz genau, fast argwöhnisch, beobachtet, wie die Kleidung angezogen wurde, ob die Tür zu laut geschlossen oder im Flur zu laut gelacht wird.“

Gabriele Thamm kennt auch diese Fälle und sie kann die Gefühle der Angehörigen verstehen. Sie kennt aber auch das Arbeiten im Hospiz und weiß, dass eine entspannte Atmosphäre wichtig für alle ist. Das Verständnis für alle Seiten einer konfliktbelasteten Situation ist eine wichtige Voraussetzung, um die Position der Fürsprecherin sinnvoll ausfüllen zu können. Mit ihrer Erfahrung und dem anhaltenden Engagement für die Hospizidee ist Gabriele Thamm eine Hospizfürsprecherin, wie man sie sich nicht besser wünschen kann.

Heinrich-Pera-Hospiz Halle (Saale) gGmbH